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Ein Fest für doofe Nüsse: Unterschätzte Monate: Februar (Kolumne FN Februar 2026)

Kolumne "Das letzte Wort"
Arnd Rühlmann

Den Februar kann eigentlich niemand so richtig leiden. Der Winter scheint sich endlos hinzuziehen, die guten Vorsätze von Silvester (Abnehmen, Nichtrauchen, Silvester nicht mehr mit Ypsilon schreiben) sind höchstens noch Schuldgefühle, und dieser Unsitte namens „Fasching“ stehen ja viele Franken nicht nur wegen der verpflichtenden Fröhlichkeit sondern auch aus historischen Gründen verständlicherweise höchst skeptisch gegenüber.

Mit seinen lächerlichen 28 Tagen kann man ihn auch als Monat nicht so richtig ernst nehmen, aber: In der Kürze liegt die Würze. Und so bietet uns der Februar ein wahres Feuerwerk spannender Feiertage.
Während die Amerikaner am 02.02. ihren Murmeltier-Tag begehen, weiß man in Europa gar nicht, was man alles feiern soll: Das französische „Eierkuchenfest“ oder den estnischen Kerzentag zu Mariä Lichtmess? Den internationalen „Spiel-Deine-Ukulele-Tag“ oder den Welttag der Feuchtgebiete? Oder gar den „Tag des arbeitslosen Duftbaums“, den der Radiosender 1LIVE im Jahr 2017 ausgerufen hat, um einmal jährlich allen einfach nur so rumhängenden Wunderbäumen zu gedenken?

Ans Energiesparen erinnern soll der „Dicker-Pulli-Tag“ am 06.02., ausgerechnet an dem Datum, an dem in den USA der „Working Naked Day“ begangen wird.

Der „Tag der Eulerschen Zahl“ am 07. ist wohl eher ein Nischenfeiertag, während der
Tag des Koffeins am 08.02. wohl die meisten von uns mit Glück und Dankbarkeit erfüllen sollte.
Kurios wird es am 10.02.: Während man in New Mexico der „Tag der außerirdischen Kultur“ feiert, zelebriert man in deutschen Büros den „Tag der doofen Nuss“. (Es gilt allerdings als unhöflich, die Kolleg:innen, an die man dabei denkt, auch namentlich zu nennen.)

Auf den Baggers-Tag (für unsere neigschlaafden Leser:innen: „Tag des Reibekuchens“) am 12. freue ich mich ganz besonders. Und der internationale „Winter-Fahrradpendlertag“ am Freitag den 13.02. huldigt einer ganz besonders frostresistenten Arbeitnehmergruppe.

Der Valentinstag am 14. geht mir allerdings am Allerwertesten vorbei, schließlich ist da doch auch der internationale „Verschenk-ein-Buch-Tag“.
Die Fastenzeit beginnt heuer terminlich ungünstig, ist doch ausgerechnet am Aschermittwoch 18.02. der internationale Iss-Eis-Zum-Frühstück-Tag, am 20. dann der deutsche Toast-Hawaii-Tag, und am 22. ist Weißwurst-Tag.

Der 21.02. hingegen sollte gerade in Bamberg ein rauschendes Fest sein, denn da ist Weltgästeführertag, und davon haben wir doch hier wahrlich eine feiernswerte Menge.

Am 28.02. wäre ich gerne beim „Welttag der Schwertschlucker“, doch bin ich als ausgewiesener Hypochonder vermutlich eher mit dem „internationalen Tag der seltenen Krankheiten“ beschäftigt.
Aber was soll’s – bei soviel Gedenk- und Ehrentagen ist auf jeden Fall genug los, um sich vom kommunalen Wahlkampfzirkus abzulenken!

Arnd Rühlmann

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