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Zwischen 32 16 8 und Arthrose: Spider Murphy Gang rockte das Tambacher Schloss

Aktuelles
Foto: Thomas Pregl

Tambach/Coburg. Im proppevollen Innenhof des alten Tambacher Schlosses schossen fünf Wasserfontänen aus dem ovalen Springbrunnen in die laue, fränkische Nacht. Vorne auf der Bühne brannte die „Spider Murphy Gang“ im Rahmen des „Tambacher Sommer 2019“ am Sonntag, 4.8., ein gigantisches Rock´n Roll-Feuerwerk ab, dass die zahlreichen Fans restlos begeisterte. Ein Gute-Laune-Spektakel, irgendwo so zwischen Rosi 32 16 8 und beginnender Arthrose.

Vor zwei Jahren feierte die Band um die Frontleute Günther Sigl und Barry Murphy ihr 40jähriges Bestehen. Ihr „Original Bavarian Rock´n Roll“ hat noch immer eine befreiende Power in sich. Und vereinigt, das war bei ihrem Auftritt in Tambach deutlich zu sehen, inzwischen ganze Generationen – von den Steinzeitmenschen der Neuen Deutschen Welle über Frühes und Hohes Mittelalter bis hin zur heutigen Hip Hop-Jugend. Das Patentrezept ist so einfach wie genial: straighter Rock´n Roll, witzige, eingängige Texte und ein augenzwinkerndes, aber nie moralisierendes Spiel mit Sex, Szene und Selbsterfahrung.

Denn davon handeln die Songs der „Spider Murphy Gang“, deren Texte oder zumindest deren Refrains alle mit Leuchten in den Augen mitsangen: Rosis sagenumwobene Telefonnummer im Sperrbezirk, Kokainpartys in der Schickeria, ein Ball der einsamen Herzen oder das erste Treffen „mit’n Frosch im Hois und Schwammerl in de Knia“.

Und wenn Sigl, der immer wieder zwischen den Songs mit dem Alter und Älterwerden kokettierte, dem Tambacher Publikum zurief: „Ihr seid ganz schön wild“, dann ist das Bestätigung und Ironie gleichermaßen. Für ihn und seine Leute da oben. Und für die da unten. Denn an diesem Abend hatten alle wieder ihre Rock´n Roll-Schuhe an. Und wenn es den einen oder anderen beim Abrocken in der Hüfte oder im im Kniegelenk etwas arthotisch zwickte, so what? Wenn störte es wirklich? Oder um es mit den Worten von Sänger Sigl zu sagen: „Ein bisschen Arschi-Wackeln geht scho!“

Thomas Pregl

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