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Blechfeuerwerk der Extraklasse – LaBrassBanda spielten zum dritten Mal im zauberhaften Ambiente des Tambacher Schloßhofes

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Mit ungeheuerer Spielfreude begeisterte LaBrassBanda rund 2500 Fans mehr als zwei Stunden lang zum Abschluss des Tambacher Sommers

Sie beginnen mit einem Sturm und steigern sich bis zum Orkan: Zum dritten Mal mischten LaBrassBanda am 5. August zum Abschluss des Tambacher Sommers den barocken Schlosshof so richtig auf.

Wer meint, die Franken seien Tanzmuffel, wurde an diesem Abend eines Besseren belehrt: Alles, was nicht aus Stein gemeißelt ist, klatscht, tanzt und tobt zum groovigen Funk-Jazz, zum rasanten „Bayern-Techno“ oder wiegt sich in angenehmen Reggae-Beats. Kaum zu glauben, aber Frontman, Bandleader und begnadeter Trompeter Stefan Dettl, der sich sichtlich ebenso in der Rolle des Entertainers wohl fühlt, gibt Schritte vor, die das begeisterte Publikum wie in einem Ferien-Animationsklub bereitwillig einhält und im Takt bleibend johlt, klatscht und trabt, was das Zeug hält. Ganz „nüchtern“ waren die 2500 Fans im ausverkauften Schlosshof nicht mehr, denn „Zwoa Bier“, die beiden Münchner Kind’ln Sepp und Michi, haben die Menge mit ihrer speziellen Ausgabe von bayerischem Rock bereits ein bisschen schwindelig gespielt.

Barfuß, im krachledernen Outfit und mit an Wahnsinn grenzender Energie heizt das Blechbläser-Septett den Fans so richtig ein – und bringt neben jeder Menge guter Laune viele Anekdoten aus der mittlerweile zehnjährigen Bandgeschichte und aus der ganzen Welt mit. „Around the word“ ist nicht nur der Titel ihres neuem Albums, nein: Sie sind gerade frisch zurück von ihrer Welttournee. Und die bestritten sie trotz der Tatsache, das sechs von sieben Bandmitgliedern Flugangst haben. Nur Stefan Huber an der Tuba nicht. „Around the world“, ebenso ein Titel der französischen Band daft punk, verwursten sie in ihrem atemberaubenden bayerisch-krassen Tuba-hardcore-Techno. Doch auch leise Töne stehen ihnen gut, wie Manuel Winbeck in seinem zart dahinschmelzendem Posaunensolo im Reggae-Beat beweist. Überhaupt stehen ihnen die leiseren Töne, wie etwa die vom geliebten Automobil, gut. Ob sie tatsächlich beim berühmten Roskilde-Festival im Jahr 2009 in Dänemark 6000 Fans weg vom benachbarten Oasis-Top-Act in ihr Zelt und ihren Power-Bann gezogen haben, wie Stefan Dettl behauptet? Es ist ihm zu glauben. Ebenso wie Korbinian Weber die schnellste Zunge der Republik haben könnte, angesichts der rasenden und doch präzisen Soli, die er seiner Trompete entlockt. Nach gut zwei Stunden unbändiger Spielfreude sind die Fans noch lange nicht müde. Doch LaBrassBanda entlassen sie dennoch nach zwei Zugaben in die laue Sommernacht. Und Hirsch, Wildschwein und Reh im angrenzenden Wildpark wollen dann ja auch mal schlafen. Die Konzertagentur Friedrich, die als Veranstalter des Tambacher Sommers fungierte, zeigte sich mit dem erfolgreichen Finale und der durchweg gelungenen Konzertreihe sehr zufrieden.

Elisabeth Niestroj

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