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20. Bamberger Schultheatertage vom 30.05. bis So. 01.06.

Bamberg Live

2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Zu diesem Anlass haben sich Theatergruppen der Bamberger Gymnasien mit Szenen aus Karl Kraus’ monumentaler Tragödie „Die letzten Tage der Menschheit“ auseinandergesetzt und sich dem schwierigen und scheinbar fernen Thema Krieg genähert. Absurd oder mitten aus dem Alltag, historisch oder zeitlos: Das Programm der diesjährigen Schultheatertage erzählt viele Geschichten, die sich zu einem packenden Gesamtbild fügen. Wer sich erstmal einen Überblick über das Programm verschaffen möchte, kann auf der Eröffnung einen ersten Eindruck von allen Produktionen gewinnen. Über Karl Kraus’ absurdes und nicht ganz leicht zugängliches Werk informiert Matthias Schleifer anschließend in einem kompakten Vortrag.
Der Vorhang öffnet sich anschließend für die Theater-AG des Eichendorff- Gymnasiums: „1914 – es kriegt so schön?“ hat die Truppe als Titel für ihr selbstgeschriebenes Stück gewählt, in dem sie fragen, worum es bei Krieg geht, was er bewirkt und wie es überhaupt dazu kommen kann. Eine weitere Eigenproduktion folgt am Samstag: „Der lange Weg“ wurde von der Mittelstufentruppe des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums konzipiert. In dem collagenartigen Stück kommen Schriftsteller aus den verschiedensten Epochen, aber auch Menschen aus dem Hier und Jetzt zusammen, um in einem Seminar ihr Seelenheil zu suchen. Dabei wird deutlich, dass Krieg mehr Schauplätze kennt als eine weit entfernte Front.
Am Sonntag schließen die Schultheatertage mit einem „Double Feature“: „Welcome to Paradise“ wirft einen Blick auf ein Europa, das nach 1945 endlich dauerhaften Frieden und Wohlstand gefunden hat. Die Mittelstufen-Theatergruppe des Clavius-Gymnasiums stellt dennoch die Frage, ob wir etwas aus unseren Kriegen gelernt haben. „Die letzte Nacht“ schließlich ist das apokalyptische, finale Kapitel der „Letzten Tage der Menschheit“. Voller Ekel berichtet Karl Kraus darin über Kriegsversehrte, Kriegsgewinnler und Kriegsverherrlicher. Das wird sogar den Außerirdischen zuviel, die nur eine Möglichkeit sehen, den universalen Frieden wiederherzustellen: Die Erde muss vernichtet werden! -aph-
Fr. 30.05. bis So. 01.06., E.T.A.-Hoffmann-Theater – Studio, E.T.A.-Hoffmann-Platz 1

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