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Die Liebe besiegeln. Nicht die Gewalt – Plakataktion vor Liebesschlössern

Bamberg News
Die Gleichstellungsbeauftragte von Stadt und Landkreis Bamberg, Nina Eichelsdörfer (li.) und Stefanie Schumann (re.) setzen auf der Kettenbrücke ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen. (Quelle: Gleichstellungsstelle Stadt Bamberg)

Die Gleichstellungsstellen setzen ein Zeichen gegen Gewalt in Partnerschaften.

Tausende von kleinen bunten Schlössern aus Metall säumen vielerorts die Geländer von Brücken. Über die Jahre hinweg haben tausende verliebter Paare sie als Zeichen ihrer Verbundenheit auch an der Kettenbrücke in Bamberg angebracht. Oft mit Initialen oder persönlichen Widmungen versehen, symbolisieren sie eine unvergängliche Liebe. Doch mit hoher Wahrscheinlichkeit steckt nicht hinter jedem Liebesschloss eine glückliche Geschichte: Studien zufolge hat jede vierte Frau in Deutschland bereits Gewalt in der Partnerschaft erlebt. Vor dem Hintergrund des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen haben die Gleichstellungsstellen von Stadt und Landkreis Bamberg eine Aktion ins Leben gerufen, die sensibilisieren und aufrütteln soll. Verschiedene Plakate vor Ort stellen das bundesweite Beratungsangebot Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ in den Fokus.

Jede dritte Frau ist von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen. 25 Prozent aller Frauen erleben körperliche oder sexuelle Gewalt in ihrer Partnerschaft. Zwei von drei Frauen erfahren sexuelle Belästigung. 24 Prozent der Frauen werden Opfer von Stalking. 42 Prozent der Frauen erleben Formen von psychischer Gewalt.

Gerade in der aktuellen Situation, in der die Corona-Pandemie einen Rückzug ins Private erfordert, sind Frauen und auch Kinder besonders gefährdet. Betroffene von häuslicher Gewalt müssen jederzeit Zugang zu Schutzangeboten wie Beratungsstellen oder Zufluchtsorten haben. Häufig vertrauen sich Frauen, die Gewalt in der Partnerschaft erfahren, Verwandten, Freunden oder Bekannten an. Das Umfeld sollte in diesem Fall unterstützend reagieren: Dazu gehört Stellung zu beziehen, die Gewalt zu verurteilen und Solidarität mit dem Opfer zu zeigen. Das alles motiviert die betroffenen Frauen, sich weitere Unterstützung zu suchen.

An der Kettenbrücke in Bamberg greifen fünf großformatige, weiße und orangefarbene Plakate die Symbolik des Ortes auf und weisen Passantinnen und Passanten auf das bundesweite Beratungsangebot des Hilfetelefons hin. Mit Botschaften wie „Jedes Schloss eine Geschichte. Manche erzählen von „Gewalt“ oder „Ein Liebesbeweis. Kein Freifahrtschein“ lenken sie den Blick auf die Tatsache, dass manche Liebesbeziehungen in Gewalt umschlagen – ein gesellschaftliches Problem, das gerade in Zeiten des Lockdown beleuchtet werden muss. Das Hilfetelefon unterstützt, bestärkt und ermutigt Frauen, die nächsten Schritte zu gehen und sich aus der Gewaltsituation zu lösen. Die Plakate auf der Kettenbrücke bieten zugleich ein besonderes Fotomotiv, das Passantinnen und Passanten mit dem Hashtag #schweigenbrechen in den sozialen Netzwerken teilen und so ein Zeichen gegen Gewalt setzen können.

Auch Oberbürgermeister Andreas Starke und Sozialreferent Bürgermeister Jonas Glüsenkamp unterstreichen zusammen mit der Gleichstellungskommission der Stadt Bamberg die Wichtigkeit des Hilfetelefons. Das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ bietet unter der Telefonnummer 0 8000 116 016 rund um die Uhr, anonym und in 18 Sprachen Beratung und Vermittlung in das örtliche Hilfesystem an. Auch bei Gewalt in der Prostitution sowie in Fällen von Menschenhandel und Zwangsprostitution helfen qualifizierte Beraterinnen weiter. Gespräche können dabei in 17 Sprachen übersetzt werden. Das Angebot gilt auch für Angehörige, Freunde sowie Fachkräfte.

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