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Bluesrock mit voller Power bis zu Geisterstunde: „The Chain Gang“ sprengte am vorletzten Tag des Jahres im altehrwürdigen Bamberger Live-Club alle Ketten. Die Band um die beiden Frontleute Klaus „M. Breeze“ Fuchs und Bernie „Blues“ Zylka hat inzwischen 41 Jahre Geschichte und hunderte Konzerte in Deutschland und halb Europa auf ihrem alten Buckel. Da tut es der von Pop-Kitsch, Herz-Schmerz-Schlager und protzendem Gangsta-Rap geschundenen Seele gut, in Erinnerung an die „Good Old Times“ zu schwelgen. Wenn die Erinnerung aber live ihre Wiedergeburt feiert, dann macht Blues vor allem eins: glücklich.
Wenn Blitze durch den Körper zucken und die Haare sich aufrichten, obwohl keine mehr da sind, dann ist man bei einem Konzert von „The Chain Gang“. „Boom, boom, boom boom“ – mit treibender Gitarre, blubberndem Bass, rauer Stimme, hämmernden Keyboards (Horst Bergmeyer), und dazu fetter, wuchtiger Schießbuden-Beat der Bamberger Live-On-Stage-Legende Steff Porzel: „The Chain Gang“ gaben ihrem bunt gemischten Publikum gehörig was auf die Löffel. Ein musikalischer Orgasmus in all´seinen Facetten, ein Angriff auf jeden Tinnitus.
Ihr 30 Stücke umfassende Programm folgte den Titeln ihrer Live-CD, aufgenommen unter anderem im Circus Krone in München. Ob „Honey Hush“ als Intro, „Mojo Working“, „What D´I Say“, Stormy Monday“ oder als umjubelte Zugabe die Blues-Klassiker „Sweet Home Chicago“, „Hoochie Coochie Man“ und „Johnny B. Goode“ – die Band, unterstützt durch die Special Guests Max Fuchs an der Gitarre und Mike Thorn am Schlagzeug, machte mit ihrer ganz speziellen Interpretation aus Altem Neues. Geniales, fesselndes Anti-Aging mit Abrock-Garantie. An diesem Abend wurde Bambergs Kult-Palast auf der Sandstraße zum Mekka des Bluesrocks.
Thomas Pregl