Aktuelles Volles Haus bei der Geburtstagsfeier von Wolfgang Heyder. Rund 170 Gäste feierten am 1. November auf dem Hallstadter Kulturboden seine Sieben vor der Null. Bunte, beschriftete Luftballons zeigten an, wer vor Ort war: Basketball, Eintracht Bamberg, Politik, Freunde, Familie, Coolkids, BamLit, Kulturboden und Bamberger Veranstaltungsservice – letztlich die ganze Bandbreite seines Schaffens, seiner Leidenschaft und seines Engagements. VivaVoce sorgte für die musikalischen Highlights, Putzfrau Ines Procter reimte kabarettistisch gekonnt Heyders Leben zusammen.
Vor Bayern 1-Moderator Thorsten Otto (Blaue Couch) sollte der oberfränkische Multimacher auf dem Bühnenstuhl seine „Hose runterlassen“. Heyder gewährte Blicke hinter die Kulissen der Basketball- und Veranstaltungswelt. Und gab auch auch das eine oder andere pikante und lustige Detail preis. Das Jubiläumsformat, auf die üblichen Lobhudeleien zu verzichten und stattdessen zum Bühnenstriptease per Interview anzutreten, kam bestens an.
Klar wurde, dass Heyder ein Leben führt, das normalerweise locker für drei Leben reichen würde. Das fängt schon in aller Herrgottsfrühe an, wenn er schon um 5 Uhr morgens um die Häuser joggt, Hanteln der Erdanziehungskraft entzieht und seine Mails versendet. Als er das Handy noch nicht sein bester Freund war, hielt er er an jeder Telefonzelle an, um alles voranzutreiben, verriet sein Kompagnon Ulf Schabacker. „Wen er anrief, das weiß ich bis heute nicht!“
„Ich bin Basketballer“, bekannte Heyder. Als solcher hat der Workoholic aus Passion die Sportart aus jedem Blickwinkel kennengelernt – als Spieler, Manager, Geschäftsführer oder als Nachwuchsscout und Förderer. Allerdings: „Als Basketballer war ich allenfalls ein fleißiger Grobmotoriker.“
Durch seine Auseindersetzungen mit Michael Stoschek wären Narben geblieben. Die hochexplosive Ambivalenz dieser Beziehung machte Heyder an diesem Abend sehr offenherzig deutlich: Einerseits habe Bamberg Stoschek viel zu verdanken, schwierig sei es aber, wenn Sponsoren meinen, etwas von Basketball zu verstehen. Den von Stoschek eingeleiteten Bruch mit den vielen kleinen und mittleren Sponsoren hält er bis heute für einen riesigen Fehler. „Da ist nichts mehr geblieben!“
Stolz blickt er auf die erste Meisterschaft 2005 mit einem Team mit einem allenfalls mittlerem Etat zurück. Schmunzelnd erinnerte Heyder – damals Geschäftsführer – an den Wutausbruch von Trainer Dirk Bauermann nach der Niederlage im vierten Finalspiel gegen Frankfurt. „Er warf eine Lasagne quer durch den Mannschaftsbus.“ Die Nudelbombe zeigte Wirkung – das entscheidende Spiel gewannen die Bamberger.
Heyder wollte katholischer Theologe werden, ein Angebot von Sammy Drechsler, doch die Lach- und Schießgesellschaft nach Bamberg zu holen, brachte ihn von diesem göttlichen Pfad ab. 1984 gründete er den Veranstaltungsservice Bamberg. Inzwischen bringen es Heyder & Co. auf rund 150 Veranstaltungen im Jahr – vom Kulturboden über „Lieder auf Banz“ bis zu den ganz großen Acts wie Rod Stewart, AC/DC und Michael Jackson. Letzterer zog vor seinem Konzert in Bayreuth völlig abgeschirmt, so Heyder, in eine Schule ein, ein Zaun wurde errichtet, alles blicksicher abgedeckt. Große Verwunderung nach dem Abzug des Superstars. Heyder: „Michael Jackson hat sämtliche Kinderbilder mitgehen lassen!“
Verbiegen lassen will sich der fitte Jubilar nicht: „Man wird im Alter diplomatischer. Aber es gibt Dinge, die muss ich klar ansprechen – und da bin ich nicht diplomatisch!“
Thomas Pregl