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Donnernder Applaus für neues Programm: Mäc „Härdsie“ kann die 4 Ks

Bamberg News
Foto: Thomas Pregl

Es ist ein  Paradoxon: Obwohl der Franke in seinem Alphabet kein „K“ kennt, ist ausgerechnet der größte Bamberger Sprachlästerer ein Virtuose des unaussprechlichen Buchstabens. Rund zwei Stunden lang zelebrierte Mäc Härder mit seinem neuen doppeldeutigen Programm „Ihr könnt mich alle gern haben“ gekonnt seine vier großen Ks in der KuFa: Kabarett, Kalauer, Komödie und Klopapier-Jonglage. Ein Abend mit Biss und Witz und der sicherlich nicht neuen Erkenntnis: Keiner schaut dem Franken so gut auf´s Maul und in die Seele wie der Mann mit dem immerwährenden Kukident-Lächeln.

„Der Franke kann stundenlang stumm vor sich hinglotzen, ohne dass er das Yoga nennen muss“, hat Mäc Härder erkannt. In ihrer Enthusiasmus-Evolution haben die hiesigen Aborigines schon den nächsten Schritt getan. Neben dem „Des baschd scho“, so der Künstler, gibt es als Lob jetzt auch ein langgezogenes „doooch“ und ein kurzes „ned schlecht“. Und in der Corona-Sprache ist der Franke Vorreiter: Den R-Wert hat er schon lange vor Drosten und Wiehler erfunden: „Ärwäd“.

Schlagfertig, mit liebevollen Publikumsbeschimpfungen, Doppeldeutigkeiten, spitzen Kabarettpfeilen und zum Teil derben Humor („Was ist das größte Tier der Welt? – Die Katholische Kirche. Da der Kopf in Rom und der Arsch in Köln!“) ärbädede sich Bambergs Wortschleuder durch Corona-Zeiten, Klima- und Erziehungskastastrophen, Supermarkterlebnisse, starke ÜberstundenBoni im Rathaus und überdüngtes Facebook. „Was Glyphosat für die Landwirtschaft ist, ist Facebook für die Menschen!“ Auch die Gendersprache hat es ihm angetan. Und er hat seine Lehren daraus gezogen: „Was männlich ist, muss weiblich werden!“ Zum Beispiel, wenn man das „er“ durch „sie“ ersetzt. So wird aus Messer ein Messie und aus Mäc Härder ein Mäc Härdsie.

Jonglieren ist das Sahnehäubchen einer jeden Härder-Performance. Und so wirbelte Mäc die übrig gebliebenen Klopapierrollen aus Corona-Zeiten durcheinander und warf einen Blick mit entsprechenden ironischen Kommentaren auf die Ampelverhandlungen mit rotierenden Scholz-, Lindner- und Baerbockbällen. Lachtränen, donnernder Applaus und Zugabe – Härder geht es nicht, man muss ihn einfach gern haben.

Thomas Pregl

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